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Karl Marx - Das Gesicht der Zukunft:

Die Bild kann nicht ewig lügen

Kürzlich hielt Oskar Lafontaine im Bundestag gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Obwohl die Rede sehr gut war tauchte sie in der Presse kaum auf – wie vieles was von der Linksfraktion gesagt wird. Woher kommt diese Einseitigkeit in den Medien?
Karl Marx schrieb im 19 Jahrhundert „Die herrschenden Ideen sind die Ideen der Herrschenden".

Damit meinte er, das die wirklich Mächtigen in der Gesellschaft, die Bosse, nicht nur die Mittel zur Produktion von Gütern in der Hand haben, sondern auch die Mittel zur Produktion von Meinungen und Ideen. Diese Mittel werden eingesetzt, um die Politik der Herrschenden zu rechtfertigen. Im Wahlkampf nannte Gregor Gysi das zutreffend den „neoliberalen Einheitsbrei“.

Natürlich gibt es heute eine viel größere Medienvielfalt als zu Marx Zeiten. Doch hinter vielen einzelnen Zeitungen und Fernsehsendern steckt derselbe Konzern.

In den letzten Jahren sind immer mehr Medienfirmen zu so genannten Global Players – weltumspannenden Konzernen – geworden: AOL Time Warner und Disney aus den USA beispielsweise oder Bertelsmann-Springer aus Deutschland.

Marx meinte mit seinem Satz von den herrschenden Ideen aber noch mehr als die Macht der Medien. Er versuchte auch zu erklären, warum viele Menschen den Herrschenden Glauben schenken und zum Beispiel selber rassistische oder sexistische Ideen vertreten.

Diese Ideen haben Einfluss auf die Köpfe von Menschen, weil sie der Alltagserfahrung im Kapitalismus mehr oder weniger entsprechen.

Im Kapitalismus sind alle gezwungen, miteinander um Jobs und vieles andere zu konkurrieren. Deshalb wird der andere nicht als oft nicht als Partner wahrgenommen, sondern als Feind. Auf dieser Grundlage können die herrschenden Ideen greifen.

Doch die Herrschenden und ihre Medien sind nicht allmächtig. Ideen entstehen nicht unabhängig und isoliert von den Umständen, in denen die Menschen leben. Tatsächlich können ganz gewöhnliche Menschen aufgrund ihrer persönlichen Erfahrung sehr wohl mit den Meinungen der Herrschenden brechen.

Wenn Rot-Grün, die CDU, die Bosse und die Medien Tag für Tag behaupten, dass wir Arbeitsplätze sichern, wenn wir unbezahlt länger arbeiten, dann wissen viele Menschen, dass sie lügen.

Denn viele Arbeiterinnen und Arbeiter haben bereits die Erfahrung gemacht, dass der Chef ihre Kollegen oder sie selber entlassen hat, obwohl sie immer länger und für immer weniger Geld gearbeitet haben. Das erfuhren Lehrer, Angestellte im öffentlichen Dienst, Krankenpfleger, Busfahrer, Bauarbeiter – die Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Die Vorstellung von der Manipulierbarkeit der Massen, wie sie Orwell in seinem Roman „1984“ beschrieb, kann nicht erklären, warum es überhaupt jemals große Rebellionen, Streiks oder gar Revolutionen gegeben hat. Im Ostblock bestand über Jahrzehnte eine „totale“ Meinungskontrolle -dennoch zerbrach er wie andere Imperien zuvor.

Linksruck Nr. 212, 7. Dezember 2005

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