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Schlagstock und Schulverweis

- Polizei und Schulleitungen schikanieren Kriegsgegner -

"Als wir am 24. März vor dem US-Konsulat in Hamburg gegen den Krieg protestierten, setzte die Polizei Wasserwerfer und Schlagstöcke ein", berichtet Adrian. Er ist 15 Jahre alt und besucht das Gymnasium in Altona. "Zwei 15-jährige Freundinnen von mir wurden von Polizisten verprügelt, obwohl sie nichts getan hatten. Eine von ihnen floh vor der Polizei. Trotzdem hat ein Beamter ihr noch einen Schlagstock hinterher geschmissen. Die andere hat immer noch Rückenschmerzen von den Schlägen. Einem Freund von mir, der ebenfalls friedlich demonstriert hat, schlug ein Polizeibeamter mit dem Stock auf den Hinterkopf."
Zuvor sind die Jugendlichen stundenlang von Beamten eingekesselt worden. 145 Schüler wurden sogar eingesperrt. Regelmäßig werden Friedensdemonstrationen in Hamburg von bewaffneten Polizisten in Kampfmontur begleitet wie Gefangenentransporte.
Die Hamburger Polizei behandelte demonstrierende Schüler vom ersten Kriegstag an wie Verbrecher. "Als wir am Tag des Kriegsbeginns friedlich an der Sternschanze (Hamburger Viertel, die Redaktion) protestierten, trieb uns die Polizei in einen Hinterhof und hat 24 Leute verhaftet", erzählt Adrian: "Von den Verhafteten durfte niemand telefonieren, um seine Eltern zu informieren. Und das alles, obwohl wir friedlich waren und die Demo angemeldet war. Bei einer anderen friedlichen Demo hat die Polizei einfach die Straße abgesperrt und befohlen, die Demonstration aufzulösen. Das haben wir natürlich nicht gemacht und glücklicherweise ist nichts weiter passiert. Bei uns in Hamburg provoziert die Polizei ohne Grund."
Nicht nur in Hamburg. In Nürnberg setzten die Beamten sogar Wasserwerfer ein. Ein Notarzt berichtet, dass ein Schüler von einem Wasserstrahl so hart getroffen wurde, dass ihm zwei Rippen brachen.
Wer der Polizei entgeht, dem macht der Schuldirektor Ärger: "Unsere Schulleitung sucht zur Zeit diejenigen Schüler, die den Schülerstreik gegen den Krieg organisiert haben", sagt eine Schülerin der Clay-Oberschule in Berlin gegenüber Linksruck. Sie hat den Streik mit organisiert. "Wir sollen von der Schule geschmissen werden".
Adrian dazu: "Wer Schüler an der Stormarn-Schule ist und während der Schulzeit auf eine Antikriegsdemo geht, der muss sieben Stunden nachsitzen". Direktor Befort vom Berliner Herder-Gymnasium hat seinen Kampf gegen Friedensaktivisten noch besser geplant: "Zunächst hat er uns verboten, uns Antikriegskomitee zu nennen", berichtet Konstantin. "Angeblich sei durch den Namen unseres Komitees die Meinungsvielfalt bedroht, weil ja Kriegsbefürworter ausgeschlossen würden. Bisher hat sich unser Komitee in einem Raum in der Schule getroffen. Das hat er vor kurzem verboten. Und gegen unsere Religionslehrerin, die uns unterstützt, ist er auch vorgegangen."

Linksruck Nr. 151, 8. April 2003

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