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Irak: „Eine Frage der Selbstverteidigung“

Rot-Grün unterstützt US-Terror


Rot-Grün entlastet die US-Armee in Afghanistan und unterstützt die US-Besatzung im Irak.
Die US-Kriegsflughäfen in Ramstein und Sprangdahlem in Rheinland-Pfalz sind die wichtigsten Drehscheiben für den Nachschub von US-Truppen und Waffen für die Besatzung im Irak. Rot-Grün gibt der US-Armee Start- und Überflugsrechte und lässt die Flughäfen von deutschen Soldaten bewachen. Außerdem unterstützt die Regierung den Ausbau der Kriegsflughäfen mit 360 Millionen Euro.
Kanzler Schröder behauptet, keine deutschen Soldaten in den Irak schicken zu wollen. Seit letzter Woche sind jedoch zwei deutsche „Anti-Terrorspezialisten“ im Irak vermisst. Außerdem ist Schröder für eine NATO-Besatzungszone im Irak. Dann würden auch deutsche Truppen in den Irak geschickt. Denn als NATO-Besatzer kommen derzeit nur die „Schnelle Eingreiftruppe“ aus Mönchengladbach und das deutsch-niederländische Korps aus Münster in Frage.
Den Auslöser für den landesweiten Aufstand gegen die Besatzer hatte der Verwaltungschef der Besatzer Bremer geliefert. Er hat die Zeitung al-Hawza des schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr verboten und einen seiner Stellvertreter, Mustafa Jakubi, verhaften lassen.
Als daraufhin Iraker in Bagdad für Pressefreiheit demonstrieren, antwortet Bremer mit brutaler Gewalt. Die US-amerikanische Antiglobalisierungsaktivistin Naomi Klein berichtet aus Bagdad: „Hier haben die Soldaten am Sonntag auf eine Demonstration geschossen. Als die Demonstranten zu ihren Wohnungen zurückkehrten, ist ihnen die US-Armee mit Panzern, Hubschraubern und Flugzeugen gefolgt, wahllos auf Wohnungen, Läden, Straßen und sogar Krankenwagen schießend. 47 Menschen sind getötet und viele weitere verletzt worden.“
Außerdem haben US-Truppen seit 10 Tagen einen undurchdringlichen Belagerungsring um die 200.000 Einwohner Falludschas gezogen. Gleichzeitig haben die Besatzer 250-Kilogramm-Bomben auf Wohnviertel und eine Moschee abgeworfen – während hunderte darin gebetet haben. Innerhalb weniger Tage haben die Besatzungstruppen allein in Falludscha mindestens 600 Menschen ermordet und tausende verletzt, nachdem wütende Demonstranten vier Söldner der USA getötet hatten.
Doch die Iraker kämpfen weiter. Nach den Massakern der US-Armee an friedlichen Demonstranten hat sich die von Al-Sadr aufgestellte Mahdi-Miliz dem Kampf gegen die Besatzer angeschlossen. Die meisten Iraker unterstützen die Aufständischen.
Letztes Wochenende sind tausende Sunniten und Schiiten vereint im Widerstand gegen den US-Terror von Bagdad nach Falludscha gezogen, um den eingeschlossenen Menschen Lebensmittel und den Krankenhäusern Medikamente und Blutkonserven zu bringen. Die Demonstranten riefen immer wieder zur Einheit aller Muslime im Kampf gegen die US-Besatzungsmacht auf.
Über die Stimmung auf den Straßen von Bagdad nach den Gefechten zwischen Irakern und der US-Armee erzählt Klein: „Kinder tanzen auf einem ausgebrannten amerikanischen Geländewagen und rufen: ‚George Bush ist Saddam Hussein. George Bush ist ein Terrorist!’”
Der International Herald Tribune schreibt über die Stimmung in Falludscha: „‚Lang lebe der Widerstand!’, rief Said Khalaf, ein Taxifahrer. Viele Leute sagen, sie fühlten sich wie nach einem wichtigen Sieg.“
Ghazia Mohammed, Lehrer in Falludscha, erklärt warum: „Es ist nicht einfach eine Frage von Widerstand – es ist eine Frage der Selbstverteidigung. Sie zerstören unsere Häuser, sie überfallen unsere Familien. Wie sollen wir das akzeptieren? Sie haben gesagt, sie würden unser Leben verbessern, stattdessen bekämpfen sie uns. Ist das Demokratie?“
Hassan Jasim, Schulleiter in Nadschaf, beschwert sich über den Pfusch, den US-Firmen bei der Sanierung seiner Schule angerichtet haben: „Das ist Korruption und die Amerikaner lassen keine Beschwerden zu. Wir haben die Amerikaner und ihre Losung von der Demokratie begrüßt, aber das hier ist eine neue Diktatur.“

von Stefan Ziefle, Irmgard Wurdack (E-Mail)

Linksruck Nr. 175, 14. April 2004

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