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Kommentar: Ausbildung statt Ausbeutung

Die deutschen Bosse kämpfen gegen die Ausbildungsabgabe, die die SPD auf ihrem letzten Parteitag beschlossen hat. Die SPD-Regierungen selbst sind uneinig. Angeblich belaste so eine Abgabe die Unternehmen zu sehr. Das Problem der Ausbildungsplatzabgabe liegt woanders: Sie nützt nicht den Jugendlichen, die nach Lehrstellen suchen, sondern sie bezuschusst die Lohnkosten der ausbildenden Unternehmen.
Das duale System der Ausbildung wird oft hoch gelobt. Aber es wird völlig überschätzt. Duale Ausbildung heißt: Ein Tag in der Berufsschule, vier Tage im Betrieb.
In den Betrieben sind die Auszubildenden vor allem billige Arbeitskräfte. Je kleiner der Betrieb, desto eher trifft das zu. Nur große Konzerne leisten sich je nach eigenem Bedarf Lehrwerkstätten mit eigenen Lehrmeistern.
Die Auszubildenden leisten die Arbeit, für die Facharbeiter oder Gesellen zu teuer sind. Für die Ausbildung bringt das meistens nichts. Während ihre geringe Bezahlung damit begründet wird, dass sie im Betrieb ausgebildet würden, werden sie als Billigarbeiter ausgebeutet.
Eine finanzielle Umlage zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben würde bedeuten, dass die ausbildenden Betriebe für jeden Azubi noch etwas Geld einstecken und die Arbeitskraft der Lehrlinge noch billiger würde. Sie bringt weder Ausbildungsplätze noch eine bessere Ausbildung.
Wenn die Bundesregierung eine gute und umfassende Ausbildung für alle Jugendlichen wollte, könnte sie die Berufsschulen um staatliche Lehrwerkstätten erweitern. In denen könnten Jugendliche in Ruhe lernen, ohne als billige Arbeitskräfte ausgebeutet zu werden.
Wenn das Geld dafür direkt von den Bossen kommt, werden diese aber versuchen, Einfluss auf Dauer und Inhalte der Ausbildung zu nehmen. Darum können die Berufsschulen nur staatlich finanziert werden aus Steuern. Und dafür müssen die Steuern für Konzerne, Aktionäre und Reiche wieder eingeführt oder angehoben werden.

von Jan Maas (E-Mail)

Linksruck Nr. 176, 28. April 2004

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