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Der rote Faden:

Der Sturm der Konzerne

Diesen Monat haben zwei Wirbelstürme Florida, und einer Jamaika verwüstet. Durch den Hurrikan „Ivan“ sind in der Karibik mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Häufigkeit und die Zerstörungskraft solcher Umweltkatastrophen zunehmen.
Klimaforscher des US-Regierung befürchten, dass durch die Klimaveränderungen in den nächsten 20 Jahren Millionen Menschen sterben könnten. Globale Umweltkatastrophen werden Lebensräume und Nahrungsgrundlagen zerstören und zu mehr Kriegen führen.
Die Ursache für globale Erderwärmung und Treibhauseffekt sind der Einfluss von Menschen auf die Natur. In den letzten zwei Jahrhunderten haben sich die Temperaturen durchschnittlich um 1 Grad erhöht. In den letzten zehn Jahren wurden nahezu alle Temperaturrekorde gebrochen. In Europa verwüsteten Überschwemmungen 2002 mehrere Städte. 2003 starben allein in Frankreich 4000 Menschen an großer Hitze.
Der Grund ist der immer größere Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid, das bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Öl, Kohle oder Gas freigesetzt wird. Dutzende Regierungen haben auf den „Klimaschutzkonferenzen“ 1992 in Rio und 1997 in Kyoto die Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes angekündigt. Um 60 Prozent sollte der jährliche Ausstoß von 1992 bis 2000 gesenkt werden. Tatsächlich werden in den USA seit damals 14 Prozent mehr des Teibhausgases freigesetzt. Präsident Bush hat mittlerweile die Umsetzung der Klimaabkommen auch offiziell aufgegeben.
Die Klimaerwärmung ist die Folge des Profitstrebens und der Einflussnahme multinationaler Energiekonzerne auf die Politik.
Unternehmen wie Royal Dutch/Shell, BP und ExxonMobil gehören zu den mächtigsten Konzernen der Welt. Ihre Profite erwirtschaften sie zum größten Teilen mit der Erschließung, Förderung und Verarbeitung fossiler Brennstoffe. BP investiert jedes Jahr 7 Milliarden Euro in Ölbohrung und -förderung.
Die Energiekonzerne stehen in einem brutalen Konkurrenzkampf. Sie verzichten auf Umwelt- und Arbeitsschutz und senken Löhne, um andere Firmen vom Markt zu verdrängen. Einig sind sich die Konzerne darin, Klimaschutz zu verhindern, um die Quelle ihrer Profite zu sichern.
1989 hat eine Gruppe aus Automobil- und Energiekonzernen, darunter Royal Dutch/Shell, ChevronTexaco und Ford Motor Company, den Lobbyverband GCC gegründet. Dessen Aufgabe ist es, zu leugnen, dass es eine Erwärmung des Klimas gibt und dass der Ausstoß von Kohlendioxid damit zusammenhängt. Zwischen 1992 und 98 hat die GCC in den USA umgerechnet 52 Millionen Euro sowohl an die Demokraten als auch an die Republikaner gezahlt. Diese Bestechung hat sichergestellt, dass die USA auf Konferenzen gegen jede Klimaregelung stimmen.
Wissenschaftler und Umweltorganisationen wie Greenpeace sagen, dass man so schnell wie möglich die Vorgaben von Rio umsetzen muss, um Naturkatastrophen vorzubeugen. Der technologische Fortschritt der letzten Jahre würde das ermöglichen. Moderne Filter in Kraftwerken können Kohlendioxid abfangen.
Die Grünen sind 1998 mit dem Versprechen in die deutsche Regierung gekommen, sich dafür einzusetzen. Ihr Ergebnis ist eine Katastrophe. Fern- und Nahverkehr werden privatisiert und dem Profit untergeordnet. Die Deutsche Bahn wird nächstes Jahr erneut die Preise erhöhen, während Züge gestrichen, Gleise stillgelegt und Bahnhöfe geschlossen werden. In der Regierungszeit von Rot-Grün hat der Staat mehr Straßen gebaut als zuvor. Die Folge ist, dass Güter- und Personenverkehr immer mehr über Straßen und nicht auf Schienen rollt. Die Grünen haben sich den Interessen der Öl- und Automobilkonzerne gebeugt.
Entscheidend für eine Verlangsamung der Klimaerwärmung ist das Ende der fossilen Energiewirtschaft. Das erfordert eine Verlagerung zu erneuerbaren Energiequellen wie Wind-, Wasser- und Sonnenenergie, die keine Treibhausgase freisetzen.
Die Kosten müssen Energiekonzerne tragen. Dafür müssen wir ihre Macht brechen, damit dort investiert wird, wo es für Millionen Menschen überlebensnotwendig ist – ohne Rücksicht auf Profite.

von Monika Krala (E-Mail)

Linksruck Nr. 184, 15. September 2004

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