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Karl Marx - Das Gesicht der Zukunft:

Aus Erfahrung klug

Karl Marx glaubte, dass nur die Menschen selbst den Kapitalismus durch eine Revolution abschaffen können. Doch eine große revolutionäre Bewegung gibt es nicht. Fast alle denken öfter über Arbeit, Familie oder Freunde nach als über eine Revolution. Außerdem verhindern, Egoismus, Rassismus oder Frauenfeindlichkeit, dass alle gemeinsam für ihre Rechte kämpfen.

Der Grund ist, dass die Einstellung der meisten Menschen davon bestimmt ist, was sie in der Schule, im Beruf und aus den kommerziellen Medien erfahren. Dort lernen wir, dass der Kapitalismus gut ist oder, dass wir nichts daran ändern können, falls er schlecht ist. Marx schrieb: „Die herrschenden Gedanken sind die Gedanken der herrschenden Klasse.“

Doch immer wieder waren Arbeiter klug genug, Bewegungen zu organisieren, die Könige und Diktatoren gestürzt hat: die Pariser Kommune 1871, die Russische Revolution 1917, der Sturz des deutschen Kaisers 1918, die Wende in Ostdeutschland 1989, die Aufstände gegen Suharto in Indonesien 1998 und gegen Milosevic in Serbien 2000.

Die Ursache dafür, dass sich immer wieder Millionen gegen ihre Unterdrücker wehren, sah Marx in den wirtschaftlichen Krisen des Kapitalismus. Sie erschüttern den Glauben vieler an dieses System.

Politiker versprechen seit Jahrzehnten mehr Arbeit und Wohlstand. Doch das Streben der Wirtschaft nach Profit führt zu Entlassungen, niedrigeren Löhnen und schlechteren sozialen Leistungen.

Je weniger die „herrschenden Gedanken“ mit der Realität übereinstimmen, desto schwieriger ist es für die Herrschenden, ihre Macht zu rechtfertigen. Deshalb entwickeln viele Menschen widersprüchliche Einstellungen: Sie unterstützen das bestehende System, lehnen aber bestimmte Auswirkungen des Kapitalismus ab. Dadurch können Auseinandersetzungen zwischen Herrschenden und Unterdrückten entstehen, an denen sich hunderttausende aktiv beteiligen.

Wenn viele Menschen gegen die herrschende Politik demonstrieren oder streiken, wird deutlicher, dass sich die Interessen der Herrschenden von denen der Bevölkerung unterscheiden: Unternehmen rufen die Polizei, um Streiks mit Gewalt zu brechen. Bei Demonstrationen schützt der Staat mit Polizisten Banken und Regierungsgebäude, damit die Mehrheit ihre Forderungen an Konzerne oder Politik nicht durchsetzen kann.

Solche Erfahrungen während gemeinsamer politischer Aktivität können die Spaltung der Menschen in Deutsche und Ausländer, Männer und Frauen oder Arbeiter und Arbeitslose überwinden. Daher verändern sich die Einstellungen der Menschen umso schneller, je länger und erfolgreicher politische Bewegungen sind.

Marx hielt die Revolution der Arbeiterklasse für die einzige Möglichkeit, den Kapitalismus abzuschaffen. Zum einen, weil nur so die Macht von Staat und Kapital gebrochen werden kann.

Zweitens bedeuten der Aufbau einer revolutionären Bewegung und die Revolution selbst längere solidarische Aktivität der Menschen. Dadurch können sie das nötige Bewusstsein erlangen, um danach eine gerechte, demokratische, freie, oder wie Marx es nannte, sozialistische Gesellschaft aufzubauen.

Linksruck Nr. 207, 14. September 2005

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