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Karl Marx - Das Gesicht der Zukunft:

Revolution!

Marx bestand darauf, dass eine sozialistische Gesellschaft durch eine Revolution erkämpft werden müsse. Viele Menschen verbinden den Marxismus deshalb mit Gewalt und sehen Marx als Feind der Demokratie.

Marx begründete seine Ansicht mit einer grundsätzlichen Kritik an Staat und Parlament. Er erkannte, dass der Staat keine neutrale Instanz ist, sondern das Werkzeug der herrschenden Klasse, das die kapitalistische Ausbeutung sichert. Der Staat garantiert und beschützt das Eigentum von Konzernen und Banken und zwingt so die Menschen zum Verkauf ihrer Arbeitskraft.

Die staatlichen Einrichtungen wie Parlament, Justiz oder Polizei genießen eine gewisse Eigenständigkeit. Sie stehen nicht unter direkter Kontrolle der Kapitalisten. Aber ihre Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass der Bestand des Kapitalismus nicht gefährdet wird, weil die Konflikte zwischen Unternehmern und Arbeitern zu weit aufbrechen.

Deshalb konnten die Arbeiter und ihre Organisationen dem Staat immer wieder soziale Verbesserungen und politische Rechte abringen. Mit militanten Streiks, sozialen Aufständen und der deutschen Revolution von 1918 bis 1923 erzwangen sie Wahlrecht, Rente, Gesundheitssystem und Sozialversicherung. Auch heute ist massiver Widerstand außerhalb des Parlaments die wichtigste Waffe gegen Sozialabbau und die Einschränkung von Grundrechten, die der Staat vorantreibt. Denn der Charakter des Staates hat sich bis heute nicht grundsätzlich verändert.

Es gibt zwar Wahlen, der Einfluss der Abgeordneten ist aber sehr beschränkt. Das Parlament kontrolliert nicht alle Bereiche des Staates. Generäle, Beamte und Richter arbeiten unabhängig vom Parlament.

Und wesentliche Entscheidungen in unserer Gesellschaft werden in den Chefetagen der großen Konzerne getroffen. Die Deutsche Bank oder Opel können frei entscheiden, tausende Menschen in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Das Parlament hat dabei nicht mit zu entscheiden. Konzerne können ganze Regionen in Armut halten oder neue Ortschaften wie zum Beispiel Siemensstadt in Berlin gründen.

Eine Revolution ist kein willkürlicher Gewaltakt. Sie ist eine Massenerhebung gegen die undemokratische kapitalistische Ordnung, die alltäglich Elend, Unterdrückung, Kriege und Umweltzerstörung erzeugt. Der Staat ist die wichtigste Stütze dieser Ordnung.

Massenproteste können friedlich verlaufen, solange die Mächtigen nicht Polizei und Militär gegen sie einsetzen. Die wichtigste Waffe in der Revolution ist das politische Argument, um so viele Menschen wie möglich zu überzeugen. Diese Menschen müssen wiederum eigene und demokratische Strukturen von unten aufbauen, um so die Grundlage für eine sozialistische Gesellschaft zu legen.

Sozialismus ist erst dann möglich, wenn die kapitalistische Ordnung als Ganzes beseitigt ist. Das kann parlamentarische Arbeit nicht leisten. Sie kann aber nützlich sein, um die Notwendigkeit einer Revolution öffentlich zu erklären.

Linksruck Nr. 208, 28. September 2005

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