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Karl Marx - Das Gesicht der Zukunft:

Das Kapital mag keine Rentner

Die Regierung wird die Menschen zwingen, bis 67 zu arbeiten, obwohl 5 Millionen arbeitslos sind und zehntausende Jugendliche keinen Job finden. Das nutzt dem Kapital, denn über den Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung zahlen die Unternehmen die Hälfte der Renten der Arbeiter. Dadurch ist dieser Beitrag ein Teil des Lohnes, den der Arbeiter aber erst im Alter ausgezahlt bekommt.

Damit der Arbeitgeberbeitrag nicht über 20 Prozent steigt, wird das Rentenalter auf 67 erhöht. Weil die meisten Angestellten aber schon vorher entlassen werden und dann keine Beiträge mehr fließen, wird die Rente entsprechend gesenkt und damit das Kapital entlastet.

Karl Marx beschrieb schon vor über 100 Jahren, wie der Kapitalismus den gesellschaftlichen Fortschritt, etwa ein längeres Leben der Menschen, in sein Gegenteil verkehrt: „Plötzlich gibt es zu viel Fortschritt, zu viel Zivilisation.“ Marx erklärte den Druck des Kapitals, die Menschen zu mehr Arbeitstagen zu zwingen damit, dass jeder einen Teil des Arbeitstages für den Profit des Unternehmens arbeitet.

Einen Teil der Arbeitszeit verbringen wir damit, Waren herzustellen und Dienstleistungen zu erbringen, die dem Wert der an uns gezahlten Löhne entsprechen. Den Rest arbeiten wir für den Kapitalisten.

In dieser Zeit produzieren wir den „Mehrwert“, den der Boss bekommt. Deshalb versuchen die Kapitalisten, die Zahle der Arbeitstage oder den Teil des Arbeitstages zu verlängern, an dem wir für sie Mehrwert produzieren.

Letzteres erreichen sie zum Beispiel, indem sie die Arbeitszeit auf Kosten unserer Freizeit verlängern. Marx schrieb in seinem hervorragenden Buch „Das Kapital“: „Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert.“

Steigt die Tages- oder die Lebensarbeitszeit, erhöht sich die „gesellschaftliche Mehrwertrate“. Marx nannte sie auch „Ausbeutungsrate“.

Die technologischen Fortschritte hätten schon im 19. Jahrhundert gewährleisten können, dass die Menschen weniger arbeiten müssen, weil schneller produziert werden konnte. Doch im Kapitalismus wird für Profit produziert und nicht für die Bedürfnisse der Menschen.

Konzerne müssen in der kapitalistischen Konkurrenz bestehen. Oft ist der einzige Weg, einen Vorteil zu erlangen, mehr Mehrwert aus den Arbeitern zu pressen.

Deshalb wird bei einer Verbesserung der Produktionsgeschwindigkeit die Arbeitszeit niemals gesenkt. Stattdessen wird die Menge der Produktion erhöht oder Angestellte werden entlassen.

Marx schrieb: „Die Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit innerhalb der kapitalistischen Produktion bezweckt, den Teil des Arbeitstages, den der Arbeiter für sich selbst arbeiten muss, zu verkürzen, um gerade dadurch den anderen Teil des Arbeitstages, den er für den Kapitalisten umsonst arbeiten kann, zu verlängern.“

von Hans Krause

Linksruck Nr. 211, 23. November 2005

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