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Als der Kapitalismus zusammenbrach

- Weltwirtschaftkrise 1929-33 -

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Kommentar: Ein neues 1929?

Die Weltwirtschaft steckt in der tiefsten Krise seit 1929. Länder wie Argentinien sind wirtschaftlich und sozial so zerrüttet wie die Weimarer Republik in ihrer Endphase. Die Unberechenbarkeit des Kapitalismus macht es unmöglich vorherzusehen, wie lang und wie tief die jetzige Krise wird. Doch die politischen Gefahren sind groß. Die letzte Weltwirtschaftskrise führte in die Katastrophe von Diktatur und Weltkrieg. Eine solche Entwicklung ist nicht zwangsläufig. Entscheidend ist, ob sich eine linke Alternative bildet, die den Millionen von der Krise Betroffenen eine Perspektive bietet. Die Bosse werden wie 1929 alles versuchen, um die Krise auf den Rücken der Mehrheit abzuwälzen – auch wenn das die Verelendung der Gesellschaft bedeutet. Bei der Weltwirtschaftskrise 1929 scheiterte die SPD mit ihrer historischen Mission, den Kapitalismus zu zähmen. Auch heute kennt Schröder auf die Wirtschaftskrise keine Antwort außer Sozialabbau. Die Hoffnung liegt bei den Millionen Menschen, die weltweit unter dem Slogan "Eine andere Welt ist möglich" gegen Sozialabbau und Krieg demonstriert haben. Hoffnung geben die Streikbewegungen gegen Kürzungen, wie jetzt in Frankreich. Langfristig muss sich aus dieser Bewegung eine politische und organisatorische Alternative zur Sozialdemokratie herausschälen. Eine solche Alternative gemeinsam aufzubauen, ist die Aufgabe von Aktivisten heute.
Die Aussichten für die Weltwirtschaft sind düster. Stephen Roach, Chefökonom der amerikanischen Bank "Morgan Stanley" sagte: "Wir stehen vor einer erneuten Weltrezession". Bei der Wirtschaftszeitung Handelsblatt werden gar "Erinnerungen an 1929" wach.
Ein beängstigendes Szenario: 1929 und die folgenden Jahre stehen für die bis dahin schlimmste Wirtschaftskrise in der Geschichte des Kapitalismus.
Am härtesten von der Krise betroffen war nach den USA die deutsche Wirtschaft. Das Sozialprodukt ging zwischen 1929 und 1932 um fast 30 Prozent zurück, die Industrieproduktion um 42 Prozent.
Die Arbeiterlöhne fielen um ein Drittel, während die Arbeitslosigkeit auf 6 Millionen stieg – jeder Dritte war arbeitslos.
Die deutschen Bosse reagierten sofort und starteten einen Generalangriff auf den Sozialstaat. Alle Sozialversicherungsleistungen sollten gekürzt werden.
Heute wie damals sollte eine SPD-geführte Regierung die Kürzungen durchsetzen. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stand die Arbeitslosenversicherung.
Die Unterstützung für Arbeitslose war den Bossen ein Dorn im Auge, weil sie über ihre Beiträge an den Kosten für die Krise beteiligt waren.
Im März 1930 brach ein Proteststurm bei den Unternehmerverbänden los, als die SPD-geführte Regierung eine Erhöhung der Beiträge von 3,5 Prozent auf 4 Prozent ankündigte.

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