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Regierung lässt Babys sterben

Professor Linderkamp von der Universitätsklinik Heidelberg rechnet damit, dass durch die rot-grünen Sparmaßnahmen jährlich "etwa 1.000 Kinder weniger überleben werden und mindestens so viele zusätzlich behindert sein werden".
Die Regierung will den Krankenhäusern das Geld die Versorgung von Frühgeborenen um ein Viertel kürzen. Für Kinder, die bei der Geburt 500 Gramm und weniger wiegen, ist gar keine Versorgung mehr geplant. Ärzte haben Angst, dass sie in Zukunft entscheiden müssen, welches Baby leben darf oder aus Kostengründen sterben muss.
"Für kleine Krankenhäuser bedeutet die Reform, dass sie komplizierte Fälle unter Umständen nicht mehr in Spezialkliniken verlegen können, weil das nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt wird", erzählt Andrea Petersen vom Frühchen e.V. Heidelberg gegenüber Linksruck. "Diese Kliniken werden dann womöglich versuchen, solche Frühchen selber zu versorgen, obwohl sie dazu nicht in der Lage sind."
In Deutschland kommen jedes Jahr 45.000 Babys zu früh auf die Welt. Mit Hilfe von Intensivmedizin sind ihre Überlebenschancen gut – selbst wenn die Kinder nur 300 Gramm wiegen.
Nach der Gesundheitsreform werden aber nur noch Kinder überleben, deren Behandlung unkompliziert verläuft und die relativ schwer sind. "Das ist nichts anderes als Selektion", sagt Professor Linderkamp.
Der kleine Lars hat Glück gehabt: Er ist vor der Gesundheitsreform auf die Welt gekommen. Bei der Geburt brachte er nur 630 Gramm auf die Waage. 20 Wochen wurde er im Brutkasten versorgt. Heute ist er ein gesundes Kind. Hätte die Reform damals schon gegolten, hätte die Krankenkasse aber nur 14 Wochen bezahlt. Rot-Grün hätte den Jungen sterben lassen.
"So wie beim Lars gibt es noch viele andere, die es geschafft haben", sagt Lars’ Vater fassungslos: "Und die einfach ums Leben kommen zu lassen ist untragbar."

von Frank Eßers (E-Mail)

Linksruck Nr. 160, 12. August 2003

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