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Keine Bomben gegen diese Menschen!

- 15.2.03 - Alle auf die Straße -

Paris: 10.000 gegen Krieg

Am 14. Dezember sind in ganz Frankreich Tausende von Menschen auf die Straße gegangen, um einen US-Krieg gegen Irak zu verhindern. "Geld für Schulen, nicht für einen Krieg um Öl" steht auf einem Transparent in Paris, wo knapp 10.000 Menschen gegen Bushs Kriegspläne demonstrieren. Andere fordern Gerechtigkeit und Frieden für den Nahen Osten. Ein Redner ruft: "Es darf kein Tropfen Blut für Öl vergossen werden." Aufgerufen hatten verschiedene linke Parteien, Gewerkschaften und Attac Frankreich. Die Demonstranten werfen dem französischen Präsidenten Chirac vor, ein Komplize von Bushs geplantem Massenmord zu sein. "Die UN-Inspekteure sind nur da, um einen Krieg zu rechtfertigen", meint ein junger Demonstrant. Auch in anderen Landesteilen finden Demos statt. 600 Menschen protestieren in Grenoble, jeweils 500 in Lyon, Nizza, Rouen, Bordeaux und Marseille und einige hundert in anderen Städten. Verglichen mit der letzten französischen Demonstration gegen den Krieg im Oktober ist die Beteiligung leicht gestiegen. Auch in Frankreich entsteht langsam eine Bewegung gegen den Krieg.
US-Präsident Bush hat angedroht, Atomwaffen gegen den Irak einzusetzen. Ein atomarer Angriff auf Bagdad würde bis zu 3,6 Millionen Tote kosten. Das ist ein Ergebnis von "Kollateralschaden", der jüngsten Studie der Internationalen Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW). Die Autoren rechnen im Falle eines Kriegs mit verheerenden Auswirkungen auf die irakische Bevölkerung, ihre Nachbarn und weit über die Region hinaus.
Eine Atombombe in der Größe der Hiroshima-Bombe tötet bis zu 360.000 Menschen. Eine moderne thermonukleare Bombe tötet jedoch bis zu 3,6 Millionen und durch die bleibende Verstrahlung viele weitere in der Zukunft.
Auch nach den ersten Inspektionen des Irak durch die UNO gibt es keinerlei Beweise dafür, dass der Irak im Besitz von biologischen oder chemischen Waffen ist oder dass die USA vom Irak mit Massenvernichtungswaffen bedroht werden.
Unterdessen geht der US-Aufmarsch am Golf weiter. Auch Großbritannien wird nach Informationen der Zeitung Times im Januar damit beginnen, tausende von Soldaten in die Golfregion zu schicken.
Schröder hat angekündigt, die amerikanischen Bombardements indirekt zu unterstützen. Deutsche Luftaufklärer sollen andere Aufgaben der US-Luftwaffe übernehmen, damit US-Luftaufklärer im Irak kämpfen können. Auch rechnet man mit Nachfragen nach deutscher Marinehilfe. Die Überflugrechte für die US-Bomber hat Schröder bereits zugesagt.
Selbst für den Fall eines nur dreimonatigen Kriegs ohne Atomwaffen rechnen die IPPNW mit 48.700 bis 375.000 Toten auf allen Seiten. "Diese Schätzungen beinhalten nicht Tote durch indirekte oder langfristige Folgen des Krieges. Allein durch den völligen Zusammenbruch der Infrastruktur im Irak ist mit bis zu weiteren 200.000 Toten zu rechen, etwa durch Infektionskrankheiten", sagt Jane Salvage, eine der Autorinnen der Studie.
Die IPPNW-Berechnungen basieren auf den Szenarien des US-Militärs, das im Dezember erste Manöver in der Golfregion startete. Zusätzlich wurden Daten über die Folgen des zweiten Golfkriegs auf das irakische Gesundheitssystem und die Versorgungsstruktur im Land herangezogen.
Im Kriegsfall rechnen die IPPNW außerdem mit Umwelt- und Gesundheitsschäden, die weit mehr als den Irak betreffen werden, wenn etwa Ölquellen oder Industrie- und Waffenproduktionsanlagen bombardiert werden.
Die unmittelbaren Kosten der Kriegsführung für die USA werden mit 50 bis 200 Milliarden US-Dollar geschätzt. 5-20 Milliarden US-Dollar jährlich würde die Besatzung kosten.
Im Vergleich dazu: Mit 100 Milliarden US-Dollar könnten vier Jahre lang die Kosten für die Gesundheitsversorgung der ärmsten Menschen in der Welt bezahlt werden.

Linksruck Nr. 144, 17. Dezember 2002

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